Eiskalte Füße

Meine Füße sind Eisklumpen, ich spüre sie kaum noch. So einzuschlafen, das ist quasi unmöglich. Ich versuche, sie warmzureiben, ohne Erfolg. Die Wollsocken helfen ebenso wenig wie die dicke Daunendecke, unter der ich gerade liege. Was für ein Elend.

Ich denke an Reinhold Messner, der so manche Nacht in einer Felswand verbracht hat, eingehüllt nur in einen Schlafsack. Um seine Füße warmzubekommen, hat er die Farbe Rot visualisiert. Mit Erfolg, berichtete er.

Ich denke also: ROT. ROT. – Nichts. ROT. ROT! ROT! – Immer noch nichts. Ich zupfe mir die Daunendecke zurecht, schließe die Augen und stelle mir Rot vor. Nichts. Meine Füße sind so kalt, da hilft ganz bestimmt keine Visualisierung mehr. Auch Reinhold Messner würde das nicht gelingen.

Seufzend füge ich mich in mein schweres Schicksal. Ich schlage die Daunendecke zurück, stehe auf, laufe in die Küche, mache mir eine Wärmflasche. Und gleich noch eine zweite, so schlimm steht es um mich. Gehe auf eiskalten Sohlen zurück ins Bett, unter die Daunendecke und positioniere die Wärmflaschen. Ah, ganz ganz langsam wird es besser.

Dass ich keinen Achttausender erklimmen werde, hat nur damit zu tun, dass ich mir da oben keine Wärmflasche machen könnte.

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