Die Entdeckung der Langsamkeit

Meine Güte, ist das heiß. Jede Bewegung wird anstrengend, jede schnelle fast zum Ding der Unmöglichkeit. Und das Denken holpert auch so durch die 35- Grad-und-mehr-Tage. Logik? Wird schwer. Namen richtig zuordnen? Upps. Sich erinnern, was man gerade jemandem sagen/geben oder irgendwo holen wollte? Hm. Hmhm.

Alle werden langsamer. Das trifft sich gut, dann fällt die eigene Langsamkeit nicht so auf. Und zum Glück auch die nicht, die gar nichts mit der Sommerhitze zu tun hat.
In meinem Fall ist das zum Beispiel der WhatsApp-Chat: Meine Hände werden das nicht mehr lernen, so schnell auf einer Minihandytastatur zu tippen, dass sie eine Unterhaltung in Echtzeit führen können. Das geht dann so:

A: Stell Dir vor, wen ich neulich wiedergetroffen habe: X! Ja, tatsächlich!
B (das bin ich): tippt.
A: Das war so ein Zufall. Sie stand vor mir an der Kasse. Hat wohl gerade zum 3. Mal geheiratet. Wir wollen uns unbedingt mal treffen.
B: tippt.
A: Puuh, morgen muss ich zum Zahnarzt. Mir wird ein Zahn gezogen.
B (endlich mit Tippen fertig): Das ist ja klasse! Ich freue mich für dich!

Oder WhatsApp-Dialoge mit Jugendlichen:
A: Hey…
B (das bin ich): tippt.
A: Bin kurz on. Gibt gleich Essen hier. War ein cooler Tag!
B: Selber hey!!
A: Hast du was?
B: tippt.
A: Ob du was hast?
B: tippt.
A: Kannst du dich mal melden?
B: Nö! Warum sollte ich? Küsschen-Emoji.

Also haben Hitzeperioden auch was für sich. Und was ich auch noch sagen wollte, habe ich vergessen. Hm. Hmhm.

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